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OpenAI setzt auf Audio-KI – Silicon Valley verabschiedet sich vom Bildschirm

OpenAI bündelt Teams für Audio-KI und plant screenless Geräte ab Ende 2026 – Ziel: 100 Millionen Einheiten Silicon Valley setzt auf Sprache statt Bildschirm: Met
  • OpenAI bündelt Teams für Audio-KI und plant screenless Geräte ab Ende 2026 – Ziel: 100 Millionen Einheiten
  • Silicon Valley setzt auf Sprache statt Bildschirm: Meta, Google, Apple und Tesla integrieren Audio-Interfaces
  • Jony Ive und OpenAI wollen mit Audio-Design die Gadget-Sucht korrigieren

Die Tech-Industrie dreht sich um. Während wir jahrelang auf Bildschirme starrten, arbeitet Silicon Valley an einer Zukunft, in der Sprache die zentrale Schnittstelle wird. OpenAI geht dabei besonders konsequent vor: Das Unternehmen hat in den letzten zwei Monaten Engineering-, Produkt- und Research-Teams zusammengelegt, um Audio-Modelle grundlegend zu überarbeiten. Der Release ist für das erste Quartal 2026 geplant.

Neue Audio-Architektur für natürliche Gespräche

Die technischen Fortschritte sind beachtlich. OpenAIs neue Architektur ermöglicht natürlicher klingende Dialoge, kann Unterbrechungen verarbeiten und simultanes Sprechen bewältigen. Emotionale Intonation wird dabei zum Standard. Kundan Kumar, der von Character.AI zu OpenAI wechselte, leitet die Audio-Entwicklung. Diese Verbesserungen sind keine Spielerei – sie bilden das Fundament für eine neue Gerätekategorie.

OpenAI plant screenless Produkte wie smarte Lautsprecher, Brillen, Anstecknadeln oder Diktiergeräte als digitale Begleiter. CEO Sam Altman hat ein ambitioniertes Ziel für den Launch formuliert: 100 Millionen Einheiten bis Ende 2026. Die Produktion übernehmen Zulieferer wie Luxshare, die bereits iPhones und AirPods fertigen, sowie Goertek, bekannt für AirPods-Lautsprecher.

Jony Ive bringt Apple-DNA in die Audio-Zukunft

Die Kooperation mit Jony Ive gibt dem Projekt besonderes Gewicht. OpenAI akquirierte dessen Firma io im Mai 2025 für 6,5 Milliarden US-Dollar. Der ehemalige Apple-Designer sieht Audio als Korrektur zur screen-basierten Sucht. Seine Vision: eine neue Produktkategorie neben Smartphone und Laptop – kein Wearable, kein Ear-Bud. Laut Gerichtsunterlagen aus einem Markenstreit mit Iyo soll das Gerät eigenständig funktionieren.

Ive formuliert es klar: Es geht darum, die Fehler der Gadget-Sucht zu korrigieren. Audio-Design steht dabei im Mittelpunkt. Diese Philosophie unterscheidet sich deutlich von bisherigen Ansätzen, die den Bildschirm nur verkleinerten oder an andere Körperstellen verlegten.

Silicon Valley schwenkt geschlossen um

OpenAI steht nicht allein. Meta hat seine Ray-Ban-Gläser mit einem 5-Mikrofon-Array ausgestattet, das selbst in lauten Umgebungen funktioniert. Google führte im Juni 2025 „Audio Overviews“ ein – konversationelle Zusammenfassungen von Suchergebnissen. Die Android XR-Gläser mit Gemini-Integration kommen 2026 in Kooperation mit Warby Parker auf den Markt.

Tesla integriert Grok für die Fahrzeug-Steuerung via Dialog. Apple arbeitet an smarten Gläsern mit iPhone-Integration, ebenfalls für Ende 2026 geplant. Smarte Lautsprecher stehen bereits in über einem Drittel der US-Haushalte. Die Zahlen sprechen für sich: Audio entwickelt sich zur dominierenden Schnittstelle in Heim, Auto und bei Wearables.

Dieser Wandel ist mehr als ein Trend. Er markiert einen fundamentalen Shift in der Art, wie wir mit Technologie interagieren. Statt auf Bildschirme zu starren, sprechen wir mit unseren Geräten – natürlich, kontextbezogen und überall.

Was das für euer Business bedeutet

Die Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Produktentwicklung, Marketing und Kundeninteraktion. Voice Commerce wird zum Standard. Eure Services müssen über Audio-Interfaces zugänglich sein. Die Frage ist nicht ob, sondern wann ihr Audio-Strategien entwickelt.

OpenAI positioniert sich als Pionier in „Physical AI“ – parallel zu Entwicklungen in der Robotik bei Tesla, Figure AI oder NVIDIA Isaac. Die Screen-Dominanz endet. Ambient AI wird zur Norm. Wer jetzt Audio-Kompetenzen aufbaut, verschafft sich einen Vorsprung in einer Welt, die zunehmend über Sprache gesteuert wird.

About the author

Bild von Nico Wirtz

Nico Wirtz

Der gelernte TV-Journalist hat Nachrichten und Dokumentationen gemacht, ebenso wie Talk und Entertainment für ProSieben, Kabeleins und TELE5 - am Ende ist es immer die gute Geschichte, die zählt. Emotionales Storytelling zieht sich durch sein ganzes Leben - ob als Journalist, PR- und Kommunikations-Profi, der für große Marken, wie BOGNER, L'Oréal oder Panthene an Kampagnen mitgewirkt hat, oder hier bei MARES als Chefredakteur.
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