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Helsing und Quantum Systems peilen Börsengang 2026 an – Defense-Tech-Boom macht DACH zum KI-Kriegs-Vorreiter

Helsing vs. Quantum Systems: Wie Ex-Militärs und Tech-Talente die deutsche Defense-Tech-Branche prägen
  • Helsing erreicht mit 12 Milliarden Euro Bewertung neue Dimension im Defense-Tech-Sektor
  • Quantum Systems verdoppelt Umsatz jährlich und nähert sich Börsenreife
  • Deutschland führt europäischen Defense-Tech-Boom mit 1,25 Milliarden Euro VC-Investitionen 2024 an

Der europäische Verteidigungssektor erlebt einen Paradigmenwechsel. Während traditionelle Rüstungskonzerne auf Börsengänge vorbereiten, ziehen zwei deutsche KI-Unternehmen die Aufmerksamkeit internationaler Investoren auf sich. Helsing und Quantum Systems haben sich als führende Defense-Tech-Unicorns etabliert – und könnten 2026 den Weg an die Börse ebnen.

Helsing setzt mit 14-Milliarden-Bewertung neue Maßstäbe

Das Münchner AI-Defense-Startup Helsing hat in seiner Series-D-Finanzierungsrunde 600 Millionen Euro eingeworben und erreicht damit eine Bewertung von etwa 12 Milliarden Euro. Angeführt wird die Runde von Daniel Ek, CEO von Spotify, der nun als Chairman fungiert. Noch 2023 lag die Bewertung bei fünf bis sechs Milliarden Dollar – ein beachtlicher Sprung innerhalb weniger Monate.

Das Unternehmen entwickelt KI-Systeme für militärische Anwendungen wie Bedrohungserkennung, Überwachung und autonome Operationen. Die Zusammenarbeit mit NATO-Verbündeten unterstreicht die strategische Bedeutung für die europäische Verteidigungsfähigkeit. Neben General Catalyst und Accel beteiligt sich auch der schwedische Rüstungskonzern Saab an Helsing.

Quantum Systems verdoppelt Jahresumsatz und nähert sich Börsenreife

Der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems hat im November 2025 eine Finanzierungsrunde über 340 Millionen Euro abgeschlossen und damit eine Bewertung von über drei Milliarden Euro erreicht. Balderton Capital, Porsche SE und Peter Thiel gehören zu den Investoren. Das Unternehmen produziert bis zu 4.000 autonome Drohnen pro Jahr für Kunden in Deutschland, der Ukraine, den USA, Spanien, Australien und Neuseeland. CEO Florian Seibel betont den Fokus auf nachhaltiges Umsatzwachstum statt überzogener Bewertungen. Das Unternehmen verdoppelt seinen Umsatz jährlich und plant für Ende 2025 oder Anfang 2026 eine weitere Finanzierungsrunde. Seibel erwähnt einen möglichen Börsengang als Option, sollte erhöhte Transparenz erforderlich werden.

Deutschland führt europäischen Defense-Tech-Boom an

Der deutsche Markt für Verteidigungstechnologie hat 2024 einen deutlichen Aufschwung erlebt. Mit 1,25 Milliarden Euro Venture-Capital-Investitionen liegt Deutschland an der Spitze Europas. Im ersten Halbjahr 2025 floss bereits ein Fünftel aller Startup-Investitionen in den Verteidigungssektor.

Europaweit sind die VC-Investitionen in Deep-Tech-Defense von 159 Millionen Dollar im Jahr 2014 auf 5,2 Milliarden Dollar 2024 gestiegen – ein 32-facher Anstieg. Der NATO Innovation Fund treibt diese Entwicklung voran und unterstützt 2026 rund 150 Unternehmen in Bereichen wie Autonomie, KI und Quantum-Technologie.

Die globalen Militärausgaben erreichten 2024 etwa 2,72 Billionen Dollar. Schätzungen für 2025 liegen bei über 2,8 Billionen Dollar (ca. 3,2 Prozent Wachstum), basierend auf laufenden Trends und NATO-Zielen.

Deutschland positioniert sich dabei als führender Standort für militärische KI-Anwendungen. Neben Helsing und Quantum Systems zählt auch Isar Aerospace zu den drei deutschen Defense-Tech-Unicorns. Spezialisierte Fonds wie der Lakestar DefenceTech-Fonds mit 250 bis 300 Millionen Dollar Volumen zeigen das wachsende Interesse institutioneller Investoren.

Börsengang 2026: Zwischen Spekulation und strategischer Option

Während drei deutsche Verteidigungsunternehmen – TKMS, KNDS und Vincorion – mit einer kombinierten Bewertung von etwa 28 Milliarden Euro konkrete IPO-Pläne verfolgen, halten sich Helsing und Quantum Systems bedeckt. Beide Unternehmen sind weiterhin privat. Helsing ist nur für akkreditierte Investoren über Secondary Markets wie EquityZen oder Forge zugänglich.

Quantum Systems‘ CEO Seibel deutet einen möglichen Börsengang als strategische Option an, priorisiert jedoch zunächst organisches Wachstum und gezielte Akquisitionen kleinerer Teams. Die Marktdynamik spricht dennoch für einen IPO: Der Fokus auf Unmanned Systems, KI und Drohnen-Technologie trifft auf steigende Nachfrage. NATO-Programme wie DIANA fördern gezielt Defense-Tech-Innovationen und schaffen ein günstiges Umfeld für Börsengänge.

Die neue Ära der europäischen Verteidigungsindustrie

Der Defense-Tech-Boom markiert einen Wendepunkt für den europäischen Technologiestandort. Deutsche Unternehmen konkurrieren zunehmend mit amerikanischen und chinesischen Playern – nicht durch traditionelle Rüstungsgüter, sondern durch KI-gestützte Dual-Use-Technologien. Drohnen von Quantum Systems finden Anwendung in Mining und Katastrophenschutz, während Helsings KI-Systeme die Grundlage für zivile Sicherheitslösungen bilden.

Ob Helsing und Quantum Systems 2026 tatsächlich an die Börse gehen, bleibt offen. Die Kombination aus starkem Umsatzwachstum, strategischen Partnerschaften mit NATO-Staaten und zunehmendem Investorendruck schafft jedoch ideale Voraussetzungen. Für den deutschen Kapitalmarkt wäre ein IPO dieser Technologieführer ein deutliches Signal: Die Zukunft der Verteidigung wird in München mitgeschrieben.

mexc.com – How to Buy Helsing Stock? Invest in the AI-Powered Defense Unicorn

goingpublic.de – DefenceTech: Chance für den Kapitalmarkt?

sifted.eu – Quantum Systems: ‚The big challenge is to not become like one of …‘

thedefensepost.com – NATO Chooses 150 Firms for 2026 Fast-Track Defense Tech

marketscreener.com – Quantum-Systems GmbH announced that it has received €340 million in funding

excitelab.co – 10 DeepTech Startups in Germany You Should Know 2026

techfundingnews.com – German drone startup Quantum Systems nears €200M funding at $3B valuation

About the author

Bild von Frank Heine

Frank Heine

Frank Heine ist spezialisiert auf Startups, Mobility, Gadgets und KI. Als digitaler Analyst recherchiert er in der Tiefe, vernetzt weltweite Trends und bereitet sie klar und nachvollziehbar auf - zu breitem internationalem Know-how, kompakt zusammengefasst in verständliche Stories.
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