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Starlink senkt Satelliten auf 350 Kilometer ab – weniger Weltraummüll, mehr Sicherheit

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  • SpaceX senkt ab 2026 die Umlaufbahn der neuen Starlink V3-Satelliten auf 350 Kilometer – für mehr Sicherheit und weniger Weltraummüll.
  • Die dritte Satellitengeneration bietet 1 TBit/s Download und unter 20 Millisekunden Latenz – ein Quantensprung für Unternehmen.
  • Rund 30.000 neue Satelliten sollen bis Ende 2026 starten, zunächst für Militär und Geschäftskunden.

SpaceX geht einen ungewöhnlichen Schritt: Während die meisten Satellitenbetreiber ihre Orbits möglichst hoch ansetzen, plant Starlink das Gegenteil. Die neue V3-Generation wird ab Anfang 2026 in nur etwa 350 Kilometern Höhe kreisen – deutlich niedriger als die bisherigen Generationen. Der Grund ist einleuchtend: Je niedriger die Bahn, desto schneller verglühen ausgediente Satelliten in der Atmosphäre. Das minimiert Kollisionsrisiken und reduziert den wachsenden Weltraummüll im erdnahen Orbit.

Technischer Sprung nach vorn

Die V3-Satelliten sind keine bloße Weiterentwicklung – sie stellen einen deutlichen Leistungssprung dar. Mit Abmessungen von sieben mal 3,5 Metern und einem Gewicht von rund 2.000 Kilogramm sind sie erheblich größer als ihre Vorgänger. Die erste Generation brachte gerade einmal 260 Kilogramm auf die Waage, die V2-mini-Variante etwa 800 Kilogramm. Diese Größe ermöglicht eine beeindruckende Leistung: Der Download erreicht 1 Terabit pro Sekunde, der Upload 200 Gigabit pro Sekunde. Das bedeutet zehnmal schnellere Downloads und 24-mal höhere Upload-Geschwindigkeiten im Vergleich zur zweiten Generation.

Die niedrige Umlaufbahn trägt zusätzlich zur Performance bei. In Kombination mit Laserlinks zwischen den Satelliten soll die Latenz unter 20 Millisekunden sinken, langfristig sind sogar fünf Millisekunden angepeilt. Zum Vergleich: Datenübertragung über Glasfaser ist durch die direkte Verbindung der Satelliten untereinander etwa 40 Prozent langsamer als der neue Starlink-Ansatz. Für zeitkritische Anwendungen wie Finanzhandel oder Militärkommunikation ist das ein entscheidender Vorteil.

Massive Expansion mit neuem Fokus

SpaceX plant, bis Ende 2026 alle 30.000 V3-Satelliten in den Orbit zu bringen. Derzeit sind über 10.000 Starlink-Satelliten gestartet, etwa 8.600 davon aktiv. Die meisten gehören noch zur ersten und zweiten Generation mit Lebensdauern von rund fünf Jahren. Mit der dritten Generation wird das Netzwerk nicht nur größer, sondern auch leistungsfähiger. Die ersten Starts sind für die erste Hälfte 2026 mit der neuen Starship-Rakete geplant.

Anders als bei den Vorgängern richtet sich die V3-Generation zunächst nicht an Privatnutzer. Unternehmen und militärische Anwender stehen im Fokus, was neue Hardware-Anforderungen mit sich bringt. Die bestehenden Terminals für Endkunden sind nicht kompatibel. Für Geschäftskunden, die auf höchste Bandbreiten und minimale Verzögerungen angewiesen sind, eröffnet das neue Möglichkeiten – von Cloud-Anwendungen über Videokonferenzen bis hin zu IoT-Lösungen in entlegenen Regionen.

Sicherheit versus Überfüllung

Die niedrigere Umlaufbahn bringt Sicherheitsvorteile: Satelliten, die ihre Lebensdauer erreicht haben, treten schneller in die Atmosphäre ein und verglühen. Das reduziert die Gefahr von Kollisionen und minimiert langlebigen Weltraummüll. Im erdnahen Orbit befinden sich bereits über 40.000 bekannte Objekte, die meisten davon durch Starlink. Die Europäische Weltraumorganisation und Umweltgruppen äußern Bedenken über die zunehmende Überfüllung des LEO-Bereichs zwischen 200 und 1.000 Kilometern Höhe.

SpaceX argumentiert, dass die natürliche Verzögerung in 350 Kilometern Höhe das Problem entschärft. Kritiker verweisen auf mögliche Umweltauswirkungen durch verglühende Satelliten und die schiere Anzahl der Objekte im Orbit. Gleichzeitig arbeiten Konkurrenten wie die EU, China und Amazon an eigenen Megakonstellationen, was die Herausforderung verschärft.

Was das für euer Business bedeutet

Für Unternehmen, die auf zuverlässige Konnektivität in abgelegenen Gebieten oder auf See angewiesen sind, wird Starlink V3 neue Maßstäbe setzen. Die Kombination aus hoher Bandbreite und niedriger Latenz macht Anwendungen möglich, die bisher nur über terrestrische Glasfasernetze denkbar waren. Ob mobile Büros, Baustellen in entlegenen Regionen oder maritime Logistik – die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Die Fokussierung auf Geschäftskunden zeigt, dass SpaceX den professionellen Markt ernst nimmt und bereit ist, in spezialisierte Lösungen zu investieren.

reuters.com – Starlink plans lower satellite orbit to enhance safety 2026

digitalfernsehen.de – Bald neue Generation von Starlink-Satelliten

starlink.com – Neuigkeiten zum Netzwerk

golem.de – Starlink: Überfüllung des niedrigen Erdorbits nimmt rasant zu

(c) Foto: picture alliance / Hans Lucas | Vincent Feuray

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Rolf C. Bott

Rolf C. Bott bündelt als digitaler Recherche-Spezialist internationale Expertise aus Health, Mobility, Gadgets und KI. Er durchforstet globale Quellen, wertet Studien aus und destilliert komplexe Zusammenhänge zu verständlichen Insights und schafft so Zugang zu fundiertem Wissen aus der ganzen Welt – präzise aufbereitet und auf den Punkt gebracht.
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